100 Euro im Monat für die Altersvorsorge – kann daraus wirklich ein großes Vermögen entstehen?

Genau das wollten wir mit unserem dritten Rechner-Experiment herausfinden.

100 Euro klingt zunächst nach einem überschaubaren Betrag. Für viele Menschen ist es deutlich realistischer, jeden Monat 100 Euro zurückzulegen als mehrere hundert Euro. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage: Bringt das über einen langen Zeitraum überhaupt etwas?

Wir haben deshalb unseren Altersvorsorge-Rechner mit einem einfachen Szenario gefüttert und schauen uns an, welches Vermögen daraus bis zum Rentenbeginn entstehen kann.

Das Szenario: 100 Euro jeden Monat

Für unser Experiment nehmen wir eine Person, die früh mit der Altersvorsorge beginnt.

Die wichtigsten Annahmen:

  • Monatlicher Eigenbeitrag: 100 €
  • Startalter: 18 Jahre
  • Rentenbeginn: 67 Jahre
  • Anlagezeitraum: 49 Jahre
  • Angenommene Rendite: 7 % pro Jahr
  • Kosten: 0,2 % TER
  • Kinder: 0
  • Staatliche Förderung: wird entsprechend der im Rechner hinterlegten Förderung berücksichtigt

Damit geht es nicht darum, eine perfekte Prognose für die Zukunft abzugeben. Wir wollen vielmehr zeigen, welchen Unterschied ein kleiner monatlicher Sparbetrag machen kann, wenn er sehr lange investiert bleibt.

100 Euro wirken zunächst nach wenig

Wer 100 Euro jeden Monat zurücklegt, investiert zunächst einmal:

100 € × 12 Monate = 1.200 € pro Jahr

Über 49 Jahre wären das ohne Rendite insgesamt:

58.800 €

Das klingt bereits nach einer ordentlichen Summe.

Der entscheidende Punkt ist aber: Bei einer langfristigen Geldanlage besteht das spätere Vermögen nicht nur aus den eigenen Einzahlungen.

Die Rendite beginnt irgendwann selbst Rendite zu erwirtschaften.

Genau hier kommt der Zinseszinseffekt ins Spiel.

Was aus den 100 Euro werden kann

Bei einer langfristig angenommenen Rendite von 7 % und unter Berücksichtigung der Kosten kann sich aus den monatlichen Einzahlungen ein deutlich höheres Endvermögen entwickeln.

In unserem Beispiel liegt das Ergebnis bei rund 636.000 Euro, wenn neben den 100 Euro Eigenbeitrag auch die angenommene staatliche Förderung berücksichtigt wird.

Das ist eine bemerkenswerte Zahl.

Denn die eigene Einzahlung beträgt lediglich 100 Euro im Monat.

Der Rest des Vermögens entsteht über die lange Laufzeit durch Rendite und Zinseszinseffekt sowie die staatliche Förderung.

Ein wichtiger Hinweis

Die 7 % Rendite sind selbstverständlich keine Garantie.

An den Kapitalmärkten gibt es gute und schlechte Jahre. Niemand kann heute wissen, welche Rendite ein ETF über die nächsten 49 Jahre tatsächlich erzielen wird.

Das Experiment soll deshalb vor allem eines zeigen:

Zeit kann bei der Altersvorsorge mindestens genauso wichtig sein wie die Höhe des monatlichen Sparbetrags.

Der eigentliche Star des Experiments: Zeit

Vielleicht ist das überraschendste Ergebnis gar nicht die Höhe des Endvermögens.

Es ist der Zeitraum.

Wer mit 18 Jahren beginnt, hat fast fünf Jahrzehnte Zeit, sein Geld arbeiten zu lassen.

Wer dagegen erst mit 40 Jahren startet, hat bis zum 67. Geburtstag nur noch 27 Jahre.

Und genau hier wird der Unterschied beim Zinseszinseffekt enorm.

Das bedeutet nicht, dass sich eine Altersvorsorge mit 40 oder 50 Jahren nicht mehr lohnt.

Im Gegenteil.

Aber der frühe Start hat einen entscheidenden Vorteil: Das Kapital bekommt deutlich mehr Zeit, sich zu vermehren.

Was passiert, wenn man erst später anfängt?

Genau das lässt sich mit unserem Rechner hervorragend ausprobieren.

Statt mit 18 Jahren könnte man beispielsweise mit 30, 40 oder 50 Jahren starten und jeweils dieselben 100 Euro monatlich investieren.

Dabei wird schnell sichtbar, wie stark die fehlenden Jahre ins Gewicht fallen.

Das ist einer der Gründe, warum ein kleiner Betrag bereits in jungen Jahren interessant sein kann.

Wer mit 18 Jahren 100 Euro monatlich investiert, muss nicht zwingend bis zum Rentenbeginn bei diesem Betrag bleiben.

Schon kleine spätere Erhöhungen können das Ergebnis zusätzlich verändern.

100 Euro sind also genug?

Hier müssen wir etwas genauer hinschauen.

100 Euro im Monat können ein sehr guter Anfang sein.

Sie ersetzen aber nicht automatisch eine vollständige Altersvorsorge.

Die tatsächliche Situation hängt unter anderem davon ab:

  • Wie hoch die gesetzliche Rente später ausfällt
  • Wie lange tatsächlich gespart wird
  • Welche Rendite erzielt wird
  • Wie hoch die Kosten sind
  • Wie sich die Inflation entwickelt
  • Wie viel später tatsächlich benötigt wird

Ein Endvermögen von beispielsweise 600.000 Euro klingt zunächst riesig.

In 40 oder 50 Jahren wird dieses Geld aufgrund der Inflation allerdings deutlich weniger Kaufkraft haben als heute.

Deshalb sollte man die Rechnung nicht als Versprechen verstehen, dass 100 Euro monatlich automatisch für einen sorgenfreien Ruhestand reichen.

Aber genau darum geht es bei diesem Experiment nicht

Die interessante Frage ist nicht:

„Kann ich mit 100 Euro im Monat meine komplette Altersvorsorge erledigen?“

Die interessantere Frage lautet:

„Was kann aus 100 Euro werden, wenn ich sehr früh anfange und meinem Geld Jahrzehnte Zeit gebe?“

Und darauf liefert das Experiment eine ziemlich beeindruckende Antwort.

100 Euro monatlich sind kein Vermögen.

Aber 100 Euro monatlich über mehrere Jahrzehnte können durch Rendite, Zinseszins und mögliche staatliche Förderung zu einem erheblichen Kapitalstock anwachsen.

Was wäre, wenn wir später mehr einzahlen?

Das macht das Experiment besonders interessant.

100 Euro müssen schließlich nicht für immer 100 Euro bleiben.

Wer beispielsweise mit 18 Jahren startet und später sein Einkommen erhöht, könnte den Sparbetrag schrittweise anheben.

Aus 100 Euro könnten irgendwann 150 Euro werden.

Oder 200 Euro.

Oder 300 Euro.

Der entscheidende Vorteil: Man muss nicht zwingend von Anfang an einen sehr hohen Betrag aufbringen.

Ein früher Einstieg mit einem kleinen Betrag kann der erste Schritt sein.

Unser Fazit

Ja, 100 Euro im Monat können sich für die Altersvorsorge lohnen.

Nicht weil 100 Euro automatisch ausreichen, um im Alter ausgesorgt zu haben.

Sondern weil der langfristige Vermögensaufbau zeigt, welche Kraft Zeit + Rendite + Zinseszins entwickeln können.

Unser Rechner-Experiment zeigt dabei vor allem eine wichtige Botschaft:

Bei der Altersvorsorge ist nicht nur entscheidend, wie viel du jeden Monat sparst – sondern auch, wann du damit anfängst.

Wer früh beginnt, gibt seinem Kapital Jahrzehnte Zeit, sich zu entwickeln.

Und wer heute nur 100 Euro monatlich aufbringen kann, hat damit möglicherweise bereits einen deutlich besseren Start, als wenn er noch zehn Jahre wartet, bis er sich einen größeren Sparbetrag leisten kann.

🔢 Du willst deine eigene Rechnung machen?

Mit unserem Altersvorsorge-Rechner kannst du selbst ausprobieren, wie sich unterschiedliche Sparbeträge, Laufzeiten, Renditen und Kosten auf dein späteres Vermögen auswirken.

Teste zum Beispiel:

100 € vs. 150 € vs. 200 € monatlich

oder

Start mit 18 vs. 30 vs. 40 Jahren.

Die Unterschiede können überraschend groß sein.


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